Antike Stätten

„Israel ist so reich an antiker Geschichte! Alles, was ein Museum tun muss, ist, ein beliebiges Stück Landschaft abzusperren und geführte Touren über das Gelände anzubieten.“
(Zitat eines israelischen Reiseleiters)

Das mag ein wenig übertrieben und auch selbstironisch klingen. Auf jeden Fall braucht es Wochen und Monate, um alle historischen Stätten des Landes zu erkunden. Als Reisender müssen Sie also aus der Fülle eine Auswahl treffen, bei der wir Sie gern unterstützen.

Die Tells – Schatzkammern der Archäologen

Das Land Israel ist seit langer Zeit besiedelt, und Jericho gilt als die älteste Stadt der Welt. Auf dem Tel Jericho wurden 10.000 Jahre alte Siedlungschichten gefunden. Sogenannte Tels finden sich an vielen historischen Orten. Dies sind über Jahrtausende entstandene künstliche Hügel. Sie haben die Form eines Kegelstumpfes, sind oben abgeflacht und fallen zu den Seiten ab. Nach dem Untergang einer Kultur wurde über die Reste der vorhergehenden Siedlung neu gebaut, und der Hügel wuchs…

Besuchen Sie zum Beispiel eine der beeindruckendsten und größten Ausgrabungen Israels, den Tel Bet Schean am Ausgang der Jesreel-Senke zum Jordangraben. Dort sind mehr als zwanzig Siedlungsschichten nachgewiesen. Der Tel Dan liegt in einem bezaubernden Naturschutzgebiet im Norden Israels. Sie folgen verwunschenen Wegen entlang des munteren Flüsschens Dan, einem der drei Quellflüsse des Jordan. Der antike Tel geht zurück auf die mächtige und bewehrte kanaanäische Stadt Lachisch an der Karawanenstraße von Ägypten nach Syrien. An derselben Handelsroute liegt weit im Süden in der Wüste Negev der Tel Arad. Neben der Ausgrabung einer kanaanäischen Stadt entdecken Sie hier einen jüdischen Tempel, der dem in Jerusalem ähnelte und von besonderer Bedeutung für die Religionsgeschichte ist.

Auf den Spuren der Nabatäer

Bis heute geht vom untergegangenen Wüstenvolk der Nabatäer eine große Faszination aus. Die Nabatäer waren ein Zusammenschluss arabischer Nomadenstämme. Als Karawanenhändler brachten sie kostbare Gewürze, Weihrauch und Myrrhe von Südarabien zu den Häfen am Mittelmeer. Etwa 150 v. Chr. errichteten sie ihr großes Königreich mit der Hauptstadt Petra. Sie sicherten ihre Handelsroute mit verborgenen und geheimnisumwobenen Wegstationen. Einige entwickelten sich mit der Zeit zu Städten wie zum Beispiel Shivta, Mamshit und Avdat in der Wüste Negev.

Das ausgeklügelte Bewässerungssystem der Nabatäer, mit dessen Hilfe sie in der Wüste Landbau betrieben, gilt noch heute als vorbildlich. Begeben Sie sich mit uns auf die Spuren dieses Volkes während einer Reise im Süden des Landes. Lassen Sie sich beeindrucken von den Überrresten der zweitausend Jahre alten Städte, die inmitten einer unwirtlichen Landschaft von den Nabatäern zur Blüte gebracht wurden.

Herodes der Große

Wer hat nicht von Cäsarea Maritima gehört, dem antiken Tiefseehafen am Mittelmeer? Oder von der Felsenfestung Massada, die sich majestätisch in der judäischen Wüste oberhalb des Toten Meeres erhebt? Diese steinernen Zeugnisse der Geschichte verdanken wir Herodes dem Großen.

Von den Römern als Vasallenkönig eingesetzt regierte Herodes der Große von 37 v. Chr. bis 4 vor Chr. über Jerusalem und Israel; er ging als einer der erfolgreichsten Herrscher in die Weltgeschichte ein. Grausamkeit im Umgang mit tatsächlichen oder vermeintlichen Feinden kennzeichnet ihn ebenso wie politische Weitsicht und Verantwortung für sein Volk. Unter seiner Herrschaft erlebte Israel eine lange Friedensperiode und eine wirtschaftliche Blütezeit. Herodes der Große ließ spektakuläre Bauwerke errichten, die Sie noch heute in Israel bewundern können. Dazu gehören Festungen wie Massada und das Herodium in der Nähe von Betlehem, wo vor wenigen Jahren auch die Grabstätte des Herrschers entdeckt wurde. Entdecken Sie Städte wie Cäsarea und als Krönung die Reste des Zweiten Tempels in Jerusalem.

Kreuzfahrer und Osmanen

Die Zeit der Kreuzfahrer und der späteren osmanischen Herrschaft zählt im strengen Sinne nicht zur Antike, doch auch ihre Bauwerke haben das Bild des Landes entscheidend mitgeprägt.

Die trutzige Burg Montfort in Galiläa, die das Königreich der Kreuzfahrer sichern sollte, wird Sie an deutsche Landschaften erinnern. Einzigartig ist die – heute unterirdisch liegende – Kreuzfahrerstadt in Akko, die mit der gesamten Altstadt seit 2001 zum Weltkulturerbe zählt. Als Zeugnisse der osmanischen Zeit in Akko seien vor allem die Karawanserei, die mit Säulen aus dem antiken Cäsarea erbaut wurde, und die bezaubernde Ahmed-al-Jazzar-Moschee im Stil des türkischen Rokoko genannt.

Zum Erbe der Osmanen gehören zudem große Teile der Stadtmauer von Jerusalem mit der Davidszitadelle.

Es würde den Umfang dieser Seite sprengen, wenn man versuchte, eine abschließende Liste der sehenswerten Baudenkmäler in Israel zu erstellen. Machen Sie sich lieber selbst auf den Weg, sehen Sie und staunen Sie darüber, was Menschen zu allen Zeiten hier geschaffen haben. In Israel wird unentwegt weiter ausgegraben, so zum Beispiel seit kurzem die Davidsstadt unterhalb des Tempelbergs, auch dies ein lohnendes Ziel für Ihren Aufenthalt in Jerusalem. Sprechen Sie uns bei der Planung darauf an.