Dr. h.c. Johannes Gerster † – ein wahrer Freund Israels

Am 21. August 2021, einem Schabbat, ist Johannes Gerster im Alter von 80 Jahren verstorben. Er ruhe in Frieden und auferstehe in Freude!

Einen „Charaktermenschen“ nennt die Politikersprache, wenn einer nicht immer der Parteilinie folgt. Gerade das ist jedoch erforderlich, wenn einer geradlinig bleiben will. Johannes Gerster ist dies im Blick auf Israel immer gewesen.

Bereits 1957 arbeitete Gerster mit einer katholischen Jugendorganisation in einem israelischen Kibbuz. 1967 wird er Mitbegründer der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. 1995 ernennt ihn die Ben Gurion-Universität des Negev in Beersheva zum Ehrendoktor. Nach seinem Rückzug aus der Landespolitik zieht Gerster 1997 mit seiner Frau Regina nach Jerusalem; dort ist er bis 2006 Leiter des Israel-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung. Gleichsam zum Abschied erhält er 2006 den Teddy-Kollek-Preis und den Titel „Freund der Stadt Jerusalem“, die höchste Auszeichnung der Stadt für Nichtjuden. Nach seiner Rückkehr nach Mainz wird er im selben Jahr von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft zum Präsidenten gewählt – ein Amt, das er bis 2010 ausübt.

2008 steuerte Johannes Gerster für das Themenheft zur Woche der Brüderlichkeit den Beitrag „Israel ist anders“ bei, in dem er unter anderem über seine Jerusalemer Zeit reflektiert. Der kleine Aufsatz hat nichts von seiner Bedeutung verloren. Daher stelle ich ihn zum Download zur Verfügung.

Johannes Gerster, Israel ist anders | https://dotplex.cloud/s/fZa2aAmXYG42q7m

ahavta – Begegnungen ist traurig über den Verlust eines großen und wahren Israel-Freundes.